Sanierung

einer denkmalgeschützten Treppenanlage



An einer mehr als 100 Jahre alten Eingangs-Treppenanlage über einem Kellereingang zeigten sich verschiedene Feuchteschäden. Der verwendete Bundsandstein zeigte im Bereich des Fußpunktes erhebliche Verwitterungen. Die Feuchte schlug durch die preußische Kappendecke durch und führte an der Kellerdecke zu Ausblühungen. Die Stahlträger waren korrodiert, aber der Zustand ließ hoffen, dass ein Erhalt möglich war. Ein geregelter Ablauf des Regenwassers war nicht ersichtlich, ein Anschluss an das Regenwasserfallrohr war nicht vorhanden und wegen der verdeckten Lage des Rohrs auch fast nicht zu realisieren. Die Treppenanlage war vor einigen Jahrzehnten bereits mit einem neuen Belag aus Basaltplatten versehen worden.



Bei der Öffnung der Konstruktion wurde festgestellt, dass dieser neue Belag in ein Sandbett gelegt worden war. Die darunter angetroffene alte Konstruktion war ähnlich aufgebaut. die Bettung bestand aber im unterem Bereich aus grobem Kies. Auf der tragenden Decke war vor 100 Jahren eine Abdichtung angebracht worden, von der noch krümelige Reste gefunden wurden. Die damals verwendeten Dichtungsbahnen enthielten kein Bitumen, sondern Teer. Teer enthält PAC (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und muss als Sondermüll entsorgt werden. Die Erbauer der Treppe hatten keine Entwässerung vorgesehen. Stattdessen hatten sie mit der Kiesbettung ein Wasserreservoir geschaffen und vertrauten darauf, dass die Konstruktion in niederschlagsfreien Zeiten austrocknen würde.



Es wurde ein Konzept zur Sanierung erarbeitet und mit dem Amt für Denkmalpflege und der Eigentümerin abgestimmt. Das Konzept sah vor, dass das obere Podest mit einem Flüssigkunststoffsystem abgedichtet und eine Entwässerung eingebaut würde. Weiterhin sollten die Natursteinbrüstungen demontiert und in der Werkstatt von einem Steinmetz fachgerecht aufgearbeitet werden. Firmen kalkulierten die Kosten auf der Grundlage der Dokumentation des Bestands. Hierauf basierte die Kostenberechnung, die der Eigentümerin zur Entscheidung vorgelegt wurde. Die voraussichtliche Gesamtsumme lag bei brutto 42.500€, die Arbeiten wurden wie geplant in Auftrag gegeben und im Juni 2012 wurde mit der Ausführung begonnen.



Sanierungskonzept vor Beginn der Arbeiten


Durchwurzelung

Bei der Demontage der Brüstungen wurde festgestellt, dass die Aufstellfläche nicht aus einer tragenden Unterkonstruktion im bautechnischen Sinn bestand, sondern aus einem von Wurzeln durchzogenem Erdreich, dass zwischen dem Mauerwerk der Treppenauflage und der Wangenverkleidung entstanden war. Die Rosskastanie, die in zehn Meter Abstand vor dem Haus stand, hatte die gesamte Treppenkonstruktion durchwurzelt.





Der Baum hatte sowohl das Feuchtigkeitsangebot als auch den Kalk genutzt, der ursprünglich vorhandene Kalkmörtel war verschwunden und in den Fugen zwischen den Steinen war nur noch Sand geblieben. Nach Absprache mit der Eigentümerin, dem Amt für Denkmalpflege und einem Statiker wurde beschlossen, die Mauer in diesem Zustand zu belassen, weil die Treppenanlage sonst hätte abgebrochen werden müssen.



Durch die Demontagearbeiten wurde der Umfang der Schädigung erst sichtbar. Der zu sanierende Bereich der Treppe wurde größer. Die Unterkonstruktion der Brüstung des oberen Laufs musste komplett erneuert werden um ein Auflager für die Brüstung herzustellen. Es musste am Fusspunkt des Laufs eine zusätzliche Entwässerung geschaffen werden.
Die Stadt weigerte sich Kosten für die Schäden zu übernehmen, die durch die Rosskastanie entstanden waren. Nach Beratung mit einem Baumspezialisten wurde vorgesehen eine Wurzelschutzbahn im Erdreich einzubauen.

Die Zugangstüre zum Keller war noch im Original erhalten. Sie war aber in einem so schlechten Zustand, dass ein Austausch nicht zu vermeiden war.
Für die Abdichtung wurde ein Flüssigkunststoff-System auf PMMA-Basis gewählt. Sowohl im Bereich des Podestes als auch bei den Stufen wurde ein Dränsystem eingesetzt. Darüber wurde ein Epoxy-Einkorn-Estrich verwendet. Die Schwelle am Fusspunkt der Treppe ist eine Sonderanfertigung.



Ausführung

Die Durchführung der gesamten Baumaßnahme dauerte ein Jahr (Juni 2012 bis Juni 2013). Durch die unvorhergesehenen Erschwernisse stiegen die Herstellungskosten auf brutto 52.500€. Die zusätzlichen Regiekosten sind hierin nicht berücksichtigt.
Ich danke den ausführenden Firmen für ihre gute Arbeit.
- Schutzdach/Gerüstbau
     Fa. Gschell, Hennef
- Natursteinarbeiten
      Schwieren Steinmetzwerkstätten GmbH, Köln
- Schreinerarbeiten
      Fa. Johannes Heinrichs, Bonn
- Abbruch-, Erd- und Rohbauarbeiten
      Fa. houseworker GmbH, Wachtberg
- Baumpflege
    R. Banks, Alfter

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